Probleme mit der 112
Wenn der Notdienst selbst Rettung braucht – Lauterbach will die Notversorgung reformieren

Der Rettungsdienst in Deutschland ist in vielen Regionen überlastet

© Jochen Eckel/SZ Photo/laif

Rettungsdienste sind oft überlastet – und eine Klinik ist für Notfallpatienten nicht immer die beste Anlaufstelle. Nun legt das Gesundheitsministerium Vorschläge für eine Generalüberholung der Rettungsdienste vor.

Rettungsdienst am Limit: Mit durchgreifenden Änderungen will Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) die Rettungsdienste in Deutschland stärken. Patientinnen und Patienten sollen seltener in die Notaufnahme kommen, aber unterm Strich trotzdem besser versorgt werden. Dazu stellte Lauterbach am Donnerstag in Berlin Reformvorschläge einer Regierungskommission vor, die bereits zentrale Punkte der geplanten Klinikreform empfohlen hatte. „Auch die Rettungsdienste brauchen eine Rettung“, sagte Lauterbach. „Die Notfallversorgung darf nicht weiter selbst ein Reformnotfall bleiben.“

Die Vorschläge würden nun in Eckpunkte der Regierung einfließen, kündigte Lauterbach an. Parallel dazu werde die eigentliche Klinikreform vorangetrieben, die durch eine andere Klinikfinanzierung Schließungen der unter Finanzdruck stehenden Kliniken möglichst abwehren solle.

Rettungsdienste vor dem Kollaps

Bereits vor Monaten warnten Vertreter der Rettungsdienste, diese stünden vor einem Kollaps. Die Arbeitsbelastung ist demnach hoch, die Abwanderung von Personal auch. Viele im Rettungswagen transportierte Patientinnen und Patienten gehörten eigentlich nicht in die Notaufnahme, sondern etwa zum Hausarzt. Viele wählten die 112 „aus Hilflosigkeit“, sagte der Ärztlichen Leiter der Notaufnahme am Charité Campus Benjamin Franklin, Rajan…