Mehr als jeder zweite große See weltweit verliert einer Studie zufolge dauerhaft Wasser. Laut einer am Donnerstag im Fachmagazin „Science“ veröffentlichten Analyse eines Teams von Forschenden aus den USA, Frankreich und Saudi-Arabien leben rund 25 Prozent der Weltbevölkerung in der Nähe eines solchen Sees. Vor allem das größte Binnengewässer, das Kaspische Meer, ist demnach für 49 Prozent des Gesamtrückgangs und 71 Prozent des Netto-Rückgangs des natürlichen Seevolumens verantwortlich.
Natürliche Seen und Stauseen speichern etwa 87 Prozent des Süßwassers der Erde, obwohl sie nur drei Prozent der Landfläche bedecken, schreibt die Gruppe. Doch vielerorts sind diese Wasserreservoirs bedroht: So vermeldete der Nordosten Spaniens erst kürzlich, dass die Stauseen in Katalonien nach monatelanger Dürre im Schnitt nur noch zu 26 Prozent gefüllt sind – vor einem Jahr waren es noch 58 Prozent. In Italien wurde für den Gardasee kürzlich ein ungewöhnlich niedriger Wasserstand verzeichnet.
Auch der Bodensee verliert Wasser
Schon in den vergangenen Jahren ergaben Studien, dass das Volumen von Seen weltweit schrumpft, wobei immer wieder der Klimawandel als Faktor für die Entwicklung genannt wurde. Welchen Einfluss kurz- und langfristige Klimaschwankungen global auf das in Seen gespeicherte Wasser genau nehmen, ist allerdings schwer zu bestimmen, da auch menschliche Aktivitäten wie die Bewirtschaftung von Stauseen, Wasserentnahmen und Landnutzungsänderungen eine Rolle spielen.
Die Studie des Teams um den Hydrologen Fangfang Yao von der University of Colorado in Boulder zeichnet nun ein genaueres Bild. Die Forschenden entwickelten eine Technik zur Messung von Veränderungen der Wasserstände in den 1972 größten Seen und Stauseen der Welt, die zusammen grob 90 Prozent des in Seen gespeicherten Süßwassers beinhalten. Um…