Agrarministerkonferenz
Wie geht es weiter mit Schleppnetzen und Nutztierhaltung?

Die Agrarminister und -Ministerinnen haben sich gegen ein pauschales Verbot der Fischerei mit Grundschleppnetzen ausgesprochen. Foto

© Frank Molter/dpa

EU-Agrarförderung und Nutztierhaltung, Verbot von Grundschleppnetzen und Weidehaltung – die Landwirtschaftsminister hatten begleitet von Protesten viel zu besprechen. Und nicht immer konnten sie sich einigen.

Die Agrarminister und -Ministerinnen von Bund und Ländern haben sich einstimmig gegen ein pauschales Verbot der Fischerei mit Grundschleppnetzen ausgesprochen. „Wir müssen Schützen und Nutzen zusammenbringen – ausgewogen und differenziert“, sagte Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) nach Abschluss der Agrarministerkonferenz im schleswig-holsteinischen Büsum.

Er freue sich, dass ihm die Ressortverantwortlichen geschlossen den Rücken gestärkt hätten, „um in Brüssel gegen ein pauschales Schleppnetzverbot und damit für die deutsche Krabbenfischerei zu kämpfen“, sagte Özdemir. Es gehe hier nicht nur um wirtschaftliche Existenzen, sondern auch um Tradition, Tourismus und Heimat.

Die EU-Kommission hat kürzlich einen Aktionsplan für eine nachhaltigere Fischerei vorgelegt. Demnach soll die Fischerei mit Grundschleppnetzen – also Netzen, die den Meeresgrund berühren – in Schutzgebieten spätestens 2030 unzulässig werden. Erste Maßnahmen sollen demnach bereits bis Ende März 2024 feststehen. Dagegen formierte sich an der Nordseeküste großer Widerstand.

Missbilligende Reaktionen

Der Leiter des WWF Wattenmeerbüros, Hans-Ulrich Rösner, kritisierte den AMK-Beschluss. Von ihm gehe „ein grundfalsches Signal“ aus: „Meeresschutz ist nur ok, wenn er nicht vor der eigenen Haustür…