Nato-Land
Montenegro wählt neuen Präsidenten

Der Wahlkampf ist zu Ende: Menschen gehen an einem Plakat des pro-westlichen Amtsinhabers Milo Djukanovic vorbei. Foto

© Risto Bozovic/AP/dpa

Die Regierungsmacht hat der starke Mann von Podgorica bereits vor zwei Jahren verloren. Jetzt kämpft Milo Djukanovic um sein politisches Überleben. Für das kleine Nato-Land steht viel auf dem Spiel.

In Montenegro haben die Bürger einen neuen Präsidenten gewählt. Der prowestliche Amtsinhaber Milo Djukanovic trat zum zweiten Mal in Folge an. Nach der Wahlniederlage seiner DPS-Partei bei der Parlamentswahl vor mehr als zwei Jahren kämpft er um sein politisches Überleben. Weitere sechs Männer und Frauen bewarben sich um das höchste Staatsamt, unter ihnen vier Politiker, die dem proserbischen Lager zugerechnet werden.

Entschieden wird das Rennen voraussichtlich am 2. April in einer Stichwahl zwischen den beiden Erstplatzierten vom Sonntag. Bis 13.00 Uhr gaben 35,5 Prozent der rund 540.000 wahlberechtigten Bürger ihre Stimme ab, teilt das Wahlforschungsinstitut Cemi mit. Das waren um 2,7 Prozentpunkte mehr als zum gleichen Zeitpunkt bei der letzten Präsidentschaftswahl vor fünf Jahren. Aussagekräftige Meinungsumfragen lagen nicht vor. Der Ausgang gilt als offen. Die Wahllokale sollten um 20.00 Uhr schließen. Mit ersten Ergebnissen wurde in der Nacht zum Montag gerechnet.

Ausgang weiter offen

Die Wahl findet in einem stark polarisierten politischen Klima statt. Djukanovic, der Montenegro 2006 in die Unabhängigkeit und 2017 in die Nato führte, bestimmte mehr als drei Jahrzehnte lang die Geschicke seines Landes. Seine oft von Korruption und Nähe zum organisierten Verbrechen überschattete Alleinherrschaft fand ein Ende, als eine heterogene Koalition mehr oder weniger proserbischer…