Abstimmung
Vorgezogene Parlamentswahl in Kasachstan beendet

Eine Frau verlässt eine Wahlkabine in Almaty. Unter dem Eindruck der schweren Unruhen des vergangenen Jahres fanden in Kasachstan in Zentralasien vorgezogene Parlamentswahlen statt. Foto

© Vladimir Tretyakov/NUR.KZ via AP/dpa

Ein Jahr nach brutal niedergeschlagenen Protesten will Kasachstans Präsident Tokajew bei vorgezogenen Parlamentswahlen demokratischen Fortschritt beweisen. Kritiker kaufen ihm das nicht ab.

Im zentralasiatischen Kasachstan ist die vorgezogene Parlamentswahl ohne größere Zwischenfälle verlaufen. Etwas mehr als die Hälfte der rund zwölf Millionen Wähler machte in der an Russland und China grenzenden Ex-Sowjetrepublik von ihrem Stimmrecht Gebrauch. Die Zentrale Wahlkommission gab den Wert vorläufig mit 54,19 Prozent an. Die Bekanntgabe erster Ergebnisse wurde erst am Montag erwartet.

Der autoritäre Präsident Kassym-Schomart Tokajew hatte die Neuwahlen als Reaktion auf blutig niedergeschlagene Proteste im vergangenen Jahr angeordnet. Entgegen seiner Reformversprechungen werfen Kritiker dem 69-Jährigen vor, damit vor allem seine eigene Macht festigen zu wollen, weil kaum echte Oppositionskandidaten zugelassen wurden. Auch Kasachstans weiterhin einflussreicher Ex-Langzeitmachthaber Nursultan Nasarbajew, der von Tokajew zuletzt immer mehr entmachtet worden war, gab in der Hauptstadt Astana seine Stimme ab.

OSZE sieht Mängel bei Presse- und Meinungsfreiheit

Erstmals wurden alle 98 Abgeordneten des kasachischen Unterhauses (Maschilis) direkt vom Volk gewählt. Internationale Beobachter der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) lobten das im Vorfeld als Fortschritt. Auch sie verwiesen jedoch auf Klagen der kasachischen Opposition sowie auf mangelnde Presse- und…