Podcast „Ukraine – die Lage“
Militär-Experte Mölling warnt vor einfachen Lehren aus „Im Westen nichts Neues“

Ein Bewohner klettert aus einem Haus in Kramatorsk, das von russischen Geschossen zerstört wurde. Ein Mensch starb bei dem Beschuss.

© Sergey Shestak / AFP

Der deutsche Kriegsfilm „Im Westen nichts Neues“ hat vier Oscars abgeräumt. Sicherheitsexperte Christian Mölling warnt davor, aus dem Film-Gemetzel Lehren für den Ukraine-Krieg abzuleiten.

Nach dem großen Erfolg des deutschen Films „Im Westen nichts Neues“ bei der Oscar-Verleihung hat der Sicherheitsexperte Christian Mölling davor gewarnt, aus dem dort gezeigten Gemetzel im Ersten Weltkrieg einfache Lehren für den Ukraine-Konflikt abzuleiten. Mölling sagte am Dienstag im stern-Podcast „Ukraine – die Lage“, wenn man von der Westfront 1917 auf die Lage in Bachmut 2023 schließe, „dann fehlt ein Zwischenschritt“. Nämlich die Befreiung Europas von der Gefahr einer Nazi-Herrschaft über den Kontinent im Zweiten Weltkrieg. Diese Befreiung sei nur durch Gewalt und „das Töten von Menschen“ möglich gewesen, betonte der Forschungsdirektor der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik. „Das ist eine schwierige moralische Entscheidung, aber man kann die nicht wegwischen mit einem einfachen ‚Nie wieder Krieg heißt, nie wieder Waffen in die Hand nehmen‘.“ Mölling argumentierte, dass die Überwindung von Gewalt in manchen historischen Situationen erfordere, dass man Gewalt anwende. „Es gibt das Böse, und das Böse darf bekämpft werden“, sagte er mit Verweis auf den Theologen und Widerstandskämpfer Dietrich Bonhoeffer.

Christian Mölling: lieber das Buch lesen

Mölling riet dazu, lieber das Buch von Erich Maria Remarque zu lesen, als den Film anzuschauen, „egal wie viele Oscars der gewonnen hat“. Insgesamt…