Energiekrise
EU-Kommission präsentiert Pläne zur Strommarktreform

Ursula von der Leyen, Präsidentin der Europäischen Kommission, will bei der geplanten Reform des europäischen Strommarkts „die Verbraucher „in den Mittelpunkt“ stellen. Foto

© Andrew Harnik/AP/dpa

Hohe Strompreise haben die Politik im vergangenen Jahr mächtig unter Druck gesetzt. Eine Folge davon ist die geplante Strommarktreform. Doch auf den ganz großen Wurf verzichtet die EU-Kommission.

Von der geplanten Reform des europäischen Strommarkts sollen EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zufolge vor allem die Konsumenten profitieren. „Im Mittelpunkt dieser Reform stehen die Verbraucher“, sagte die deutsche Politikerin in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur und anderer Agenturen des European Newsroom. Ein Hauptziel sei, den Verbrauchern die Vorteile kostengünstiger erneuerbarer Energien näher zu bringen.

Die EU-Kommission will heute ihre Vorschläge für die Reform des Strommarkts präsentieren. Die Strompreise waren im vergangenen Jahr extrem gestiegen. Grund dafür war unter anderem, dass zeitweise rund die Hälfte der französischen Atomkraftwerke ausfiel. Zudem war der Strompreisanstieg eine Folge explodierender Gaspreise infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine.

Ukraine-Krieg lässt Gaspreis steigen

Denn der Strommarkt in der EU funktioniert nach dem sogenannten Merit-Order-Prinzip. Dies bezeichnet die Einsatzreihenfolge der an der Strombörse anbietenden Kraftwerke. Kraftwerke, die billig Strom produzieren können, werden zuerst herangezogen, um die Nachfrage zu decken. Das sind zum Beispiel Windkraftanlagen. Am Ende richtet sich der Preis aber nach dem zuletzt geschalteten und somit teuersten Kraftwerk. Das sind oft die Gaskraftwerke. Weil der Gaspreis vor dem…