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Faktencheck: Clips im Netz zeigen keine Lieferung an Ukraine

Ein Panzer Leopard 2A6 des Panzerlehrbataillones 93 der Bundeswehr auf dem Truppenübungsplatz Oberlausitz. Foto

© Ralf Hirschberger/dpa-Zentralbild/dpa

Gerade erst ist die Entscheidung der Bundesregierung für die Lieferung von Kampfpanzern in die Ukraine gefallen. Videos im Netz sollen sie bereits auf dem Weg zeigen. Doch stimmt das? Ein Faktencheck.

Kaum hat die Bundesregierung die Lieferung von Kampfpanzern an die Ukraine angekündigt, tauchen in den sozialen Netzwerken Videos auf, die den Transport von Panzern zeigen. Tenor: Hier, schaut – die Lieferung für Kiew ist quasi schon unterwegs. Was es mit den Clips tatsächlich auf sich hat.

Behauptung: Es stehen in Deutschland bereits Züge mit Panzern zum Abtransport in die Ukraine bereit.

Bewertung: Falsch.

Fakten: Ein mit Panzern beladener Zug hält an einem schneebedeckten Gleis. Das Video soll an einem Bahnhof der brandenburgischen Stadt Senftenberg entstanden sein. Im Vergleich der Aufnahmen mit Bildern von Online-Kartendiensten zeigt sich, dass es sich in der Aufnahme tatsächlich um den Bahnhof im Ortsteil Hosena handelt. Auch die Wetterbedingungen passen zur aktuellen Situation dort: Zwischen dem 18. und 23. Januar hat es dort mehrfach geschneit. Das spricht dafür, dass die Aufnahme des Panzer-Transports wirklich aktuell ist.

Ein Bundeswehr-Sprecher bestätigte der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage, dass im Video deutsche Kampfpanzer vom Typ Leopard 2 zu sehen sind. Diese werden von der Bundeswehr in verschiedenen Varianten genutzt. Derzeit werden Leopard-2-Panzer durch Brandenburg transportiert. Allerdings geht es dabei nicht um eine Lieferung für die Ukraine. Wie die dpa aus…