Vertrauliche Papiere gefunden
Schluss mit Schadenfreude: Washingtoner Politik fassungslos über überparteilichen Schlendrian

Leicht düpiert: Mike Pence (r.) will möglicherweise für das höchste Amt in Washington kandidieren.

© Michael M. Santiago/Getty Images / AFP

Nach Donald Trump und Joe Biden nun auch Ex-Vize-US-Präsident Mike Pence: Wieder wurden in Privaträumen geheime Dokumente gefunden. Der Schlendrian kennt offenbar keine Parteigrenzen – viele in Washington wirken betroffen. 

Auf dem Kapitolhügel in Washington, wie die Amerikaner ihr Regierungsviertel nennen, vergeht langsam allen Seiten das Lachen – Demokraten als auch Republikanern. Erst war die Schadenfreude bei der Regierungspartei groß, als im vergangenen Sommer bei Ex-Präsident Donald Trump haufenweise geheime Dokumente gefunden worden waren. Seit zwei Wochen aber machen sich die Republikaner über Amtsinhaber Joe Biden lustig, weil ihm das gleiche Malheur passierte. Und nun dies: Auch Ex-Vize-Präsident Mike Pence, ebenfalls Republikaner, war offenbar unvorsichtig genug, vertrauliche Unterlagen mit nach Hause zunehmen.

„Das ist das Seltsamste, was ich je gesehen habe.“

„Ich weiß nicht, wie so etwas passieren kann, aber offenbar müssen wir etwas ändern“, sagt ein ratloser John Cornyn, konservativer Senator aus Texas. „Jeder, der mit vertraulichen Dokumenten zu tun hat, weiß doch, dass sie an einem sicheren Ort verwahrt werden müssen“, so Cornyn weiter. Sein Parteikollege Marco Rubio steht ebenfalls vor einem Rätsel: „Das ist das Seltsamste, was ich je gesehen habe.“ In der Regierung, so der Senator ironisch, scheinen sie alles wahllos in Kisten zu werfen.

Der Politiker aus Florida spielt damit auf das Schreiben von Pence Anwalt an, das der über den Fund im Haus von Trumps früherem…