Katholische Kirche
Erzbistum München und Freising will sich Prozess stellen

Das Kreuz eines Grabsteins steht vor der katholische Kirche St. Nikolaus in Garching. Foto

© Peter Kneffel/dpa

Seit Jahren fordern Kritiker, die Kirche dürfe Missbrauchsfälle nicht selbst aufarbeiten und sehen die Justiz am Zug. Nach Köln kommt es nun auch in Bayern zu einem Prozess. Der Beginn einer Klagewelle?

Die katholische Kirche vor Gericht: Tragen hochrangige Kirchenmänner eine Mitschuld an einem Missbrauchsfall? Steht einem Betroffenen Schmerzensgeld zu? Und Schadenersatz? Diese Fragen wird für das Erzbistum München und Freising nun kein Kirchengericht entscheiden, sondern ein weltliches. Die Diözese selbst hat den Weg dazu nun endgültig frei gemacht.

Denn nach der Klage eines Missbrauchsbetroffenen vor dem Landgericht Traunstein will sich das Bistum nicht auf Verjährung berufen. Die Erzdiözese „erhebt die Einrede der Verjährung nicht“, teilt das Bistum am Mittwoch mit. Sie stelle sich dem Verfahren.

„Die Erzdiözese ist bereit, zur Anerkennung des Leids des Klägers ein angemessenes Schmerzensgeld zu leisten und für darüber hinausgehende Schadensersatzbegehren eine angemessene Lösung zu finden“, heißt es in der Mitteilung weiter. „Die Erzdiözese bedauert das dem Kläger und anderen Missbrauchsbetroffenen widerfahrene Leid zutiefst.“

Kritiker, die eine rechtliche Aufarbeitung von Missbrauchsfällen innerhalb der Kirche vor der Justiz fordern, hatten befürchtet, das Bistum könnte sich auf Verjährung berufen und sich einem Verfahren vor dem Landgericht Traunstein so entziehen.

Klägeranwalt wertet Klageerwiderung als Erfolg

Dass es dazu nun nicht kommt, macht Richard Kick, den…