Kanzler Scholz verteidigt seine abwartende Politik der Waffenlieferungen und betont, dass eine enge Abstimmung mit den „besten Freunden und Partnern“ wichtig sei – und es „nicht gut für den Frieden in Europa“ wäre, würde man übereilt Entscheidungen treffen. Deutschland müsse bei der Unterstützung der Ukraine immer klarstellen, „dass wir aber gleichzeitig eine Eskalation des Krieges zu einem Krieg zwischen Russland und der Nato verhindern“, sagt Scholz. Hier gebe es „keine mathematischen Gewissheiten“, wo die Grenze liege. „Deshalb ist es richtig und mit voller Absicht geschehen, dass wir uns Stück für Stück voran gearbeitet haben.“ Kritik aus der Union, die Bundesregierung sei zu zögerlich vorgegangen, wies Scholz zurück: Es wäre ein „schlimmer Fehler, in dieser Frage allein vorwegzumarschieren“, so Scholz. „Wenn wir Ihren Ratschlägen folgen würden, wäre das eine Gefahr für die Sicherheit Deutschlands.“

Scholz weist auch Vorwürfe zurück, Deutschland habe zu wenig für die militärische Unterstützung der Ukraine getan. „Deutschland wird immer vorne an sein, wenn es darum geht, die Ukraine zu unterstützen“, versprach er. Nach seinen Angaben ist Deutschland nach den USA zusammen mit Großbritannien der größte Waffenlieferant für die Ukraine. Neben militärischer Hilfe sicherte Scholz auch weiterhin humanitäre und finanzielle Unterstützung zu. „Das wichtigste ist jetzt, die Energieinfrastruktur zu sichern“, so Scholz. Auch der Wiederaufbau des Landes müsse angeschoben werden, der wohl „viele Jahre und Jahrzehnte“ dauern werde.