Frauenrechte
UN mahnen Deutschland zur Fortsetzung von Afghanistan-Hilfe

Die Taliban stehen international wegen einer massiven Beschneidung von Frauenrechten in der Kritik. Foto

© Ebrahim Noroozi/AP/dpa

Außenministerin Baerbock droht Afghanistan wegen der Einschränkung von Frauenrechten mit einem Stopp von Hilfslieferungen. Die Vereinten Nationen warnen nun, dass dann Frauen und Kinder sterben könnten.

Die stellvertretende UN-Generalsekretärin Amina Mohammed hat Deutschland und die anderen EU-Staaten davor gewarnt, wegen der frauenfeindlichen Politik der Taliban in Afghanistan humanitäre Hilfslieferungen zu stoppen. Regierungen müssten den Steuerzahlern erklären, warum man einem Land Geld gebe, das Frauen so diskriminiere, sagte Mohammed der Deutschen Presse-Agentur und anderen internationalen Medien in Brüssel. Die unangenehme Wahrheit sei aber, dass Frauen und Kinder in Afghanistan ohne Hilfe aus dem Ausland sterben würden.

„Es gibt Temperaturen von minus 30 Grad“, sagte die Vize-Generalsekretärin. „Und es gibt Menschen, die nicht wissen, woher sie ihre nächste Mahlzeit bekommen.“ Ziel der internationalen Gemeinschaft müsse sein, die militant-islamistischen Taliban über Druck in anderen Bereichen zur Rücknahme von diskriminierenden Entscheidungen gegen Frauen oder zumindest zu mehr Ausnahmeregelungen zu bewegen. Als Beispiel nannte sie die weitgehenden Beschäftigungs- und Ausbildungsverbote für Frauen, die auch Tätigkeiten für Hilfsorganisationen einschließen.

In Afghanistan sind die Taliban nach dem Abzug der internationalen Truppen seit Sommer 2021 wieder an der Macht. In der EU wird diskutiert, ob weiter Entwicklungshilfe geleistet werden kann. Außenministerin Annalena Baerbock hatte am Montag bei einem EU-Treffen eine harte deutsche Position angekündigt.