Was musste Kanzler Scholz sich in den vergangenen Wochen nicht alles anhören in der Debatte um die Lieferung von Kampfpanzern in die Ukraine. Jetzt hat er sich doch noch zu einem Ja durchgerungen.

Jetzt hat er es also doch noch getan. Am Mittwoch um 11.36 Uhr gibt Bundeskanzler Olaf Scholz den Marschbefehl für die Kampfpanzer Leopard 2 – per E-Mail seines Regierungssprechers. 14 Exemplare aus den Beständen der Bundeswehr sollen die Ukraine im Krieg gegen die russischen Angreifer unterstützen. 74 Leoparden aus anderen europäischen Ländern sollen hinzukommen, um zwei Bataillone ausrüsten zu können. „Diese Entscheidung folgt unserer bekannten Linie, die Ukraine nach Kräften zu unterstützen“, erklärt der Kanzler.

Es ist nicht weniger als eine europäische Kampfpanzer-Allianz für die Ukraine, die Scholz da in der kurzen Mitteilung verkündet. Von der Ukraine wird sie schon lange gefordert, von Polen wurde sie zuletzt mit massivem öffentlichem Druck vorangetrieben. Jetzt setzt sich der Kanzler an die Spitze der Panzer-Bewegung. Sein Wort entscheidet, weil die Leopard-Panzer in Deutschland produziert werden und die Bundesregierung jeden Export in die Ukraine genehmigen muss.

Wochenlang hat der Kanzler eisern zu dem Thema geschwiegen. Das Drängeln der Verbündeten, die Kritik der Koalitionäre bis an die Grenze der Beschimpfung – all das ließ er an sich abprallen. So oft er auch nach den Kampfpanzern gefragt wurde, das Wort Leopard ging ihm nicht über Lippen. So war es auch schon mal bei Nord Stream 2, als viele die Kappung der Gasleitung nach Russland von ihm wollten. Aber Drängeln funktioniert bei Scholz nicht. Man bewirkt das Gegenteil: Er sagt dann erst recht nichts.

Sturheit oder erfolgreiche Führungsstrategie?

Seine Kritiker nennen das Sturheit. Der…