„Ich hatte ein bisschen Angst vor diesem Tag, weil ich fürchtete, dass meine Gefühle verrückt spielen würden“, sagte Mikaela Shiffrin beim Siegerinnen-Interview nach ihrem 83. Weltcup-Sieg. Ihre Emotionen verbarg sie dabei hinter einer dicken, goldfarbenen Sonnenbrille. Gerade hatte sie mit einer fulminanten Fahrt als beste des ersten Durchgangs und damit letzte Starterin beim Riesenslalom am Kronplatz ihren Rekordsieg eingefahren. Mit dem Erfolg stieg sie zur alleinigen Rekordhalterin bei den alpinen Damen auf. Bislang hatte sich die US-Amerikanerin die Spitze der ewigen Bestenliste mit ihrer 2019 zurückgetretenen Landsfrau Lindsey Vonn geteilt. Nun hat sie einen Erfolg mehr als ihre Ex-Teamkollegin. 

Shiffrin hatte bei ihrem neunten Saisonsieg am Dienstag 0,45 Sekunden Vorsprung auf die zweitplatzierte Weltmeisterin Lara Gut-Behrami aus der Schweiz. Dritte wurde bei ihrem Heimrennen am Rande der Dolomiten die Italienerin Federica Brignone (+1,43 Sekunden). Die einzigen deutschen Starterinnen, Jessica Hilzinger und Andrea Filser, schafften es bei dem Event in Südtirol nicht in den zweiten Durchgang. 

Nur noch Stenmark

In der ewigen Weltcup-Rekordliste liegt nun nur noch Ingemar Stenmark mit seinem Allzeit-Rekord von 86 Weltcup-Siegen vor Shiffrin. Dass diese Bestmarke wohl fallen wird, liegt fast auf der Hand. Shiffrin ist erst 27 Jahre alt und wird noch einige Rennen machen, bevor sie irgendwann ihre erfolgreiche Karriere beenden wird.

asz/mb (SID, dpa)