Thomas Reis schaute, als ob er nicht glauben konnte, was er da sah. Was seine Spieler gegen RB Leipzig in den ersten 45 Minuten zeigten, war schließlich im Bereich Arbeitsverweigerung einzuordnen. Mit 0:4 lag der FC Schalke 04 nach 45 Minuten zurück. Am Ende leuchtete ein 1:6 auf dem großen Videowürfel über dem Rasen im Gelsenkirchener Stadion auf. Soichiro Kozuki erzielte immerhin noch den Ehrentreffer für die Gastgeber in Hälfte zwei. Und Thomas Reis? 

Dem 49-Jährige dürfte an seiner Mission auf Schalke so langsam ernste Zweifel kommen, ob dieser Klassen-Rettungsversuch, zu dem er angetreten ist, überhaupt noch eine realistische Chance auf einen positiven Ausgang hat. Nach 17 Bundesliga-Spieltagen, also nach der gesamten Hinrunde, hat der Klub lediglich neun Punkte auf dem Konto. Ganze 14 erzielte Treffer stehen auf der Habenseite, 41 Gegentreffer kassierte das Team der Königsblauen bisher. Eine geradezu desaströse Zwischenbilanz. Reis hatte den Klub Ende Oktober, vor dem 12. Bundesliga-Spieltag, übernommen. Seitdem gab es einen Sieg und gerade einmal drei Tore auf der Habenseite.

Schlecht gemanagt von Rouven Schröder

Schalke steht nach nur einem Jahr im Oberhaus wieder einmal vor dem Absturz in die 2. Liga. Und Reis soll den Klub irgendwie noch erhobenen Hauptes bis an das Saisonende führen. Auch der ehemalige Bochum-Coach, der mit dem VfL im Jahr 2021 überraschend in die Bundesliga aufgestiegen und den Ruhrgebietsklub trotz großer finanzieller Probleme mit viel Einsatz und mutigem Spiel eine Saison lang in der Liga gehalten hatte, scheint in Gelsenkirchen vor einer unlösbaren Aufgabe zu stehen. 

Eine Leistung zum Vergessen: Schalke-Spieler sind chancenlos gegen RB Leipzig

„Solange es rechnerisch noch möglich ist, werde ich Optimismus verbreiten“, sagte Reis vor dieser für die Schalke-Fans geradezu erschütternden Partie. Der Schalke-Coach muss eine Mannschaft betreuen, die von Ex-Sportdirektor Rouven Schröder in einem desolaten Zustand gemanagt…