Konjunktir
KfW: Zuwanderung allein hilft nicht gegen Fachkräftemangel

Das Logo der KfW Bankengruppe. Die staatliche Förderbank KfW sieht den Wohlstand in Deutschland in Gefahr. Foto

© Sebastian Gollnow/dpa

Erst die Corona-Krise, dann die Folgen des Ukraine-Kriegs – das Klima ist rau geworden für die deutsche Wirtschaft. Eine besonders große Herausforderung sehen Experten allerdings bei einem anderen Thema.

Deutschland droht nach Einschätzung der staatlichen Förderbank KfW wegen des Fachkräftemangels eine Zeitenwende. „Das Fundament für weiteres Wohlstandswachstum bröckelt“, hieß es in einer am Montag veröffentlichten Studie. „Das Thema Fachkräftemangel ist schon lange bekannt, und es hat im letzten Jahr nochmal eine neue Qualität erhalten“, erläuterte KfW-Chefvolkswirtin Fritzi Köhler-Geib. Sei es, weil Handwerker erst später helfen könnten, oder das Lieblingsrestaurant seine Öffnungszeiten aus Personalmangel eingeschränkt habe.

Auch Handwerkspräsident Jörg Dittrich warnte vor den Folgen des Fachkräftemangels. Als alarmierend wertete das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) den Rückgang der Studienanfänger in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT) im Jahr 2021.

KfW: An mehreren Stellschrauben drehen

Das Fehlen von Fachkräften behindert der KfW zufolge bereits die Geschäftstätigkeit von jedem zweiten Unternehmen. Hinzu komme, dass die Arbeitsproduktivität je Erwerbstätigem seit 2012 jährlich nur noch um 0,3 Prozent wachse. Bleibe das Produktivitätswachstum derart schwach und verstärke sich der Rückgang des inländischen Fachkräfteangebots, bedeute dies eine Zeitenwende: „Deutschland träte noch in diesem Jahrzehnt in eine Ära anhaltend stagnierenden, womöglich schleichend schrumpfenden Wohlstands ein.“…