Der Krieg in der Ukraine hat gezeigt, wie verwundbar Kampfpanzer sind. Doch ohne sie sind keine Offensiven möglich. Der stern sprach mit dem britischen Militärexperten Nicolas Drummond über moderne Landkriegsführung und darüber, wieso es ohne schwere Kettenfahrzeuge keinen Sieg geben wird.

Das ist der zweite Teil des Interviews mit dem Militärexperten Nicholas Drummond. Teil 1 finden sie hier:  „Um Gebiete zurückzuerobern, muss Kiew den modernen Blitzkrieg beherrschen“

Die Ukraine konnte die russische Invasion abwehren, weil sie auf offenem Gelände wenig Widerstand leistete und Russlands mechanisierte Truppen in den Vororten von Kiew aufhielt. Sicherlich führte das Fehlen von Infanterie zu den russischen Verlusten. Aber unübersichtliche bebaute Gebiete sind immer ein ungünstiges Terrain für schweres Gerät. Was bedeutet das für die Ukraine?

Wir haben in der Ukraine gesehen, dass der Krieg in den Städten vor allem von abgesessener Infanterie geführt wird, die von Straße zu Straße, von Haus zu Haus und von Raum zu Raum kämpft. Jeder Verteidiger, der weiß, was er tut, wird Hindernisse errichten, die das Vorankommen von Panzerfahrzeugen verhindern. Genau das haben die Ukrainer in Mariupol getan. Es war wie Stalingrad.

Ein sogenannter „Rattenkrieg“ und doch wurden nicht auch in Stalingrad und Mariupol gepanzerte Fahrzeuge zur Unterstützung der Infanterie eingesetzt?

Panzerkanonen und Schützenpanzer mit 30-mm-Kanonen können sehr nützlich sein, etwa um Scharfschützen auszuschalten. Man muss nicht herausfinden, aus welchem Fenster ein Verteidiger schießt, man zerstört einfach das gesamte Gebäude. Die Amerikaner haben diese Taktik im Irak ausgiebig angewandt.

8×8 Radpanzer finden ihren…