Diesen Montag ertönte noch einmal die Stimme von Martinez Zogo in Kameruns Radiosendern. Zum Gedenken an den beliebten Radiomoderator strahlten viele Sender aus, was der Journalist vor seinem Tod korrupten Machern ohne Scheu am Mikrofon entgegen schleuderte: „Ihr werdet mich nur töten. Das Einzige, was ihr tun könnt, ist, mich zu töten. In Paul Biyas Land gibt es viel Laissez-faire, und alle schauen zu, weil die Kameruner Angst haben.“

Der Journalist warnte: „Diese Dokumente, die ich habe, sagen viel aus.“ Mutig kündigte er an: „Nein. Ich werde sie (die Verantwortlichen, Anm.d.R.) nicht gehen lassen“. Zogo, Direktor des privaten Radiosenders Amplitude FM, setzte sich dafür ein, dass korrupte Politiker und Geschäftsleute zur Rechenschaft gezogen werden sollten.

Der Journalist drohte, Korruption aufzudecken

Innerhalb des letzten Monats berichtete der Radiomoderator täglich in seinem Programm „Embouteillages“, er habe Dokumente, die angeblich bewiesen, dass einige hochrangige Staatsfunktionäre seit 2013 mehrere Millionen Dollar aus der Staatskasse gestohlen hätten.

Zogo behauptete, er habe dem kamerunischen Präsidenten Paul Biya Beweise für eine „hohe Welle der Veruntreuung und Korruption“ übermittelt, in die eine lokale Medienorganisation mit Verbindungen zur Regierung verwickelt sei. Laut Medienberichten soll auch der Medienmogul Jean-Pierre Amougou Belinga in den Fall verwickelt sein, dem der Fernsehsender Vision 4 und die Wochenzeitung L’Anecdote gehören und dem eine enge Beziehung zum derzeitigen Finanzminister nachgesagt wird.

Brutaler Mord an einem kritischen Journalisten 

Am Ende hätte Zogo tägliche Morddrohungen erhalten von Personen, denen er Verwicklung in Korruption vorwarf, hieß es.  Am Sonntag wurde sein verstümmelter Körper in Soa, einem Viertel nahe der Hauptstadt Yaounde, gefunden. Fünf Tage zuvor war der Journalist von Unbekannten entführt worden.

Die Regierung von Präsident Paul Biya (hier mit seiner Frau) steht im Verruf,…