Europäische Union
Europaparlament verweigert Informationen zu Weinreise

Parlamentspräsidentin Roberta Metsola ließ sich mit ihrem Mann von einer Weinbruderschaft in ein Luxushotel einladen. Foto

© Sven Hoppe/dpa

Ist es in Ordnung, wenn die Präsidentin des EU-Parlaments nach einer Rede bei einer Weinbruderschaft mit ihrem Mann kostenlos in einem Fünf-Sterne-Hotel übernachtet? Roberta Metsola ist wohl davon überzeugt.

Das Europäische Parlament verweigert Informationen zu einer umstrittenen Reise von Präsidentin Roberta Metsola und ihrem Mann in die französische Weinregion Burgund. Auf Nachfragen der Deutschen Presse-Agentur teilte der Parlamentssprecher jetzt lediglich mit, der Besuch bei einer Weinbruderschaft mit Übernachtung in einem Fünf-Sterne-Hotel in Beaune sei im Rahmen von Metsolas Mandat als Präsidentin und im Einklang mit übergeordneten Sicherheits- und Protokollverpflichtungen erfolgt. Metsola habe sich an die Regeln gehalten, die auch für alle früheren Präsidenten angewandt wurden.

Der Sprecher beantwortete damit nicht die Frage, welche Kosten dem EU-Parlament durch die Reise der christdemokratischen Politikerin aus Malta entstanden sind. Auch gab er keine Antwort darauf, ob Metsola oder ihr Mann bei dem Besuch Wein geschenkt bekommen haben und kam nicht der Bitte nach, Details zum Reiseprogramm zu nennen.

Der Besuch Metsolas in Beaune sorgt seit der vergangenen Woche für Schlagzeilen, weil die 44 Jahre alte Politikerin dabei von ihrem Mann begleitet wurde und mit ihm auf Kosten der Weinbruderschaft Confrérie des Chevaliers du Tastevin in einem Fünf-Sterne-Hotel übernachtete. Teil der Reise im vergangenen Oktober war nach Enthüllungen von „Politico“ zudem auch ein Abendessen mit fünf Gängen.

Am Wochenende hatte Parlamentssprecher Jaume Duch…