Podcast „heute wichtig“
„Gender Care Gap“: Frauen übernehmen den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit

Im Zweiten Gleichstellungsbericht hat die Bundesregierung 2019 ermittelt, dass Männer pro Tag etwa zwei Stunden und 46 Minuten für unbezahlte Sorgearbeit verwenden. Bei Frauen sind es pro Tag etwa 90 Minuten mehr, nämlich vier Stunden und 13 Minuten. Das nennt sich „Gender Care Gap“. (Symbolnild)

© Westend61 / Imago Images

Mama regelt – das ist zumindest das vorherrschende Mutter-Bild in der Gesellschaft. Deutschland hat gesetzlich verankert ein eher konservatives Familienbild. Dadurch müssen sich viele Frauen erst um den Hauptteil der Sorgearbeit kümmern, und hinterher die finanziellen Nachteile in Kauf nehmen. 

Rosa für Mädchen, blau für die Jungs – und später wird die Tochter selber Mama und der Sohn selbst ein hart arbeitender Geschäftsmann. Die deutsche Gesellschaft ist in vielen Bereichen deutlich konservativer, als man denkt. Das findet die Sozialarbeiterin, zweifache Mutter und Autorin Linda Biallas in der 449. Folge des Podcasts „heute wichtig“: „Ich hätte nicht erwartet, dass es immer noch so ist, dass man als Mutter in den Augen der Gesellschaft die Haupt-Zuständige ist. Für die Care-Arbeit, für den Mental Load.“ 

„Gender Care Gap“: Frauen übernehmen den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit 

Carearbeit, also das „sich kümmern“, meint zum Beispiel die Kindererziehung, Altenpflege, Haushalt und Garten, Kinder zum Sport oder in die Schule bringen und noch vieles mehr. Dafür wenden Frauen deutlich mehr Zeit auf als Männer. Im Zweiten Gleichstellungsbericht hat die Bundesregierung 2019 ermittelt, dass Männer pro Tag etwa zwei Stunden und 46 Minuten für unbezahlte Sorgearbeit verwenden. Bei Frauen sind es pro Tag etwa 90 Minuten mehr, nämlich vier Stunden und 13…