Nahverkehrs-Flatrate
Einführung dauert und dauert – woran es beim 49-Euro-Ticket noch hapert

Irgendwann wird auch dieser Ticketautomat in Stuttgart-Sillenbuch das 49-Euro-Ticket ausgeben.

© Bernd Weißbrod / DPA

Wackelt nun auch der 1. Mai als Starttermin für das 49-Euro-Ticket? Die Bundesländer zeigen auf Verkehrsminister Volker Wissing, der den Start behindere – wo die Fallstricke bei der ÖPNV-Flatrate liegen. 

Was für ein entspannter Sommer für Pendler, Ausflügler und Urlauber. Nie war Bus und Bahnfahren so einfach, als vergangenes Jahr drei Monate lang das 9-Euro-Ticket galt. Der Erfolg war so überwältigend, dass bald ein Nachfolger beschlossen wurde: das 49-Euro-Ticket. Ursprünglich sollte es schon zum Jahreswechsel kommen. Dann am 1. April. Mittlerweile ist der 1. Mai als Starttermin im Gespräch, doch selbst der wackelt offenbar.

Das Problem von der Invalidenstraße

Der neuste Buhmann in der schleppenden Einführung sitzt nach Ansicht der einiger Länderregierungen in der Berliner Invalidenstraße. Dort hat das Verkehrsministerium mit dem Dienstherrn Volker Wissing (FDP) seinen Sitz. „Wir sind verwundert, dass er mit den Vorbereitungen nicht vorankommt“, sagt nun etwa Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann. Aus Bremen assistiert Mobilitätssenatorin Maike Schaefer mit den Worten: Für einen termingerechten Start brauche man einen Minister, „der nicht die Umsetzung blockiert“.  

Dort verweist man auf die Umstände. „Das ist ein extrem herausforderndes Prozedere“, sagt Ministeriumsprecher Tim Alexandrin dem stern. „Der Abschied von komplizierten Tarifstrukturen, das Überwinden von starr begrenzten Verkehrsverbünden, das Einführen eines bundesweit gültigen Abo-Systems, die Umstellung von Analog auf Digital – das alles birgt technische…