Kuriose Begründung
Einen Monat früher als geplant: Erdogan kündigt Wahlen in der Türkei für Mai an

Hofft auf eine Wiederwahl: der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

© Adem Altan / AFP

Einen Monat früher als bislang geplant finden im Mai die Präsidenten- und Parlamentswahlen in der Türkei statt. Präsident Erdogan will nichts von vorgezogenen Wahlen hören und liefert eine kuriose Begründung für die Verschiebung.

Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Präsidenten- und Parlamentswahlen in der Türkei für den 14. Mai angekündigt. Der Termin fände damit einen Monat früher als geplant statt. „Ich werde meine Autorität nutzen … (um) den Wahltermin auf den 14. Mai vorzuverlegen“, sagte Erdogan in einem von seinem Büro veröffentlichten Video. Der türkische Präsident sagte das bei einem Treffen mit jungen Leuten in der nordwestlichen Stadt Bursa am Wochenende. Es handele sich „nicht um eine vorgezogene Wahl“, sagte Erdogan. 

Die nächsten Parlamentswahlen in der Türkei waren offiziell für den 18. Juni angesetzt. Der türkische Staatschef erklärte nun, man habe sich mit dem rechten Junior-Koalitionspartner auf eine Anpassung des Zeitplans geeinigt, um die Termine für die Schulprüfungen nicht zu stören. 

Erdogan hatte bereits in der vergangenen Woche seine Absicht geäußert, die Wahl an diesem Datum abzuhalten, um an den Tag zu erinnern, an dem die Türkei 1950 ihre ersten freien Wahlen abhielt. Der türkische Staatschef hat sich schon oft mit dem damaligen Wahlsieger Adnan Menderes verglichen – einer Symbolfigur der türkischen Konservativen.

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