Krieg in der Ukraine
Wie isoliert ist Scholz im Panzer-Poker?

Die internationale Sorge über das Zögern des deutschen Kanzlers Olaf Scholz (SPD) in der Panzerfrage wird immer größer. Foto

© Boris Roessler/dpa

Die einen drängeln, die anderen zaudern und einige halten sich ganz raus. Im Mittelpunkt des Streits über die Lieferung von Kampfpanzern steht Kanzler Olaf Scholz – und schweigt. Ist er wirklich so isoliert?

Soll die Ukraine Kampfpanzer westlicher Bauart erhalten, um die russischen Angreifer zurückzudrängen? Oder kann das zu einer Eskalation und gefährlichen Ausweitung des Krieges führen? In Deutschland ist diese Frage inzwischen zu einem handfesten Koalitionskrach ausgewachsen. Auf internationaler Bühne gerät Bundeskanzler Olaf Scholz(SPD) immer stärker unter Druck.

Als sein neuer Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) am Freitag auf dem US-Luftwaffenstützpunkt Ramstein seinen neuen Kollegen und Kolleginnen erklären musste, dass Deutschland weiter unentschlossen in der Panzer-Frage ist, kam er sich aber gar nicht so alleine vor. „Es gibt kein einheitliches Meinungsbild“, sagte er. „Der Eindruck, der gelegentlich entstanden ist, es gebe eine geschlossene Koalition und Deutschland stehe im Weg, dieser Eindruck ist falsch.“ Stimmt das?

Der Lieferant

Es gibt bisher nur ein Land, das sich entschieden hat, die Ukraine mit Kampfpanzern westlicher Bauart auszustatten: Großbritannien. 14 Exemplare des seit Mitte der 90er Jahre von den britischen Streitkräften genutzten Challenger 2 sollen ins Kriegsgebiet geliefert werden. Diese Entscheidung wollte die britische Regierung vor der Ramstein-Konferenz als Signal an die Verbündeten verstanden wissen und hoffte darauf, dass andere Länder mitziehen. „Ich würde nichts lieber sehen, als dass die Ukrainer mit…