„Bürgerkriegsähnliche Zustände“
Sie wollten Lauterbach entführen: Mutmaßliche Terrorgruppe angeklagt – Behörde veröffentlicht Details zu geplantem Umsturz

Gesundheitsminister Karl Lauterbach sollte offenbar bei einem bewaffneten Angriff entführt werden, wobei seine Leibwächter unter Umständen getötet werden sollten

© Kay Nietfeld / DPA

Die Bundesanwaltschaft hat fünf Mitglieder einer mutmaßlichen Terrorgruppe angeklagt. Die Vorwürfe wiegen schwer: Sie hätten Chaos schüren, Gesundheitsminister Karl Lauterbach entführen und die Demokratie beseitigen wollen.

Sie wollten durch Anschläge auf die Stromversorgung und eine Entführung von Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) „bürgerkriegsähnliche Zustände“ heraufbeschwören und so die Demokratie in Deutschland beseitigen: Neun Monate nach der Zerschlagung einer mutmaßlich auf einen Umsturz hinarbeitenden Gruppe aus dem Querdenkermilieu hat die Bundesanwaltschaft fünf Verdächtige angeklagt. Wie die Behörde am Montag in Karlsruhe mitteilte, geht es unter anderem um Vorwürfe der Gründung einer Terrororganisation und Hochverratsvorbereitung.

Gruppe wollte angeblich die Demokratie beseitigen und die Staatsgewalt übernehmen

Die Beschuldigten, bei denen es sich um vier Männer und eine Frau handelt, wurden im April und Oktober vergangenen Jahres festgenommen und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Verantworten sollen sie sich laut Bundesanwaltschaft vor dem Oberlandesgericht (OLG) im rheinland-pfälzischen Koblenz. Es muss die Anklage vor einer Prozesseröffnung zunächst prüfen.

Laut Ermittlungsergebnissen der Bundesanwaltschaft wollte die Gruppe die Demokratie beseitigen und die Staatsgewalt übernehmen, um „ein autoritär geprägtes Regierungssystem nach dem Vorbild des Deutschen Kaiserreichs“…