Eiskunstlauf
„Sperre folgt“: Fall Walijewa auch vor EM nicht zu Ende

Der Dopingfall von Kamila Walijewa aus Russland ist noch nicht zu Ende. Foto

© Peter Kneffel/dpa

Die Doping-Affäre um Eiskunstläuferin Kamila Walijewa geht weiter. Bei der EM fehlt nicht nur sie. Russland darf wegen des Ukraine-Krieges nicht starten. Damit steigen die deutschen Medaillenchancen.

Das Goldmedaillen-Emoji für den Sieg bei den russischen Eiskunstlauf-Meisterschaften 2021 in St. Petersburg hat Kamila Walijewa in ihrem Instagram-Konto wieder gelöscht. Es ist ungewiss, ob sie ihren 1,2 Millionen Followern je wieder solch ein Jubel-Symbol präsentieren kann.

Denn Russlands Anti-Doping-Agentur (Rusada) hat der 16 Jahre alten Europameisterin wegen des positiven Doping-Tests auf die verbotene Substanz Trimetazidin den nationalen Titel aberkannt, sie aber nicht gesperrt. Eine „Schuld oder Fahrlässigkeit“ sei nicht nachzuweisen gewesen, hieß es. Die Welt-Anti-Doping-Agentur (Wada) dürfte das Urteil kaum akzeptieren.

„Ich gehe davon aus, dass eine Sperre folgt, auch wenn mir das Mädchen leid tut“, sagte Andreas Wagner, Präsident der Deutschen Eislauf-Union. „Dass man ihr den nationalen Titel abgenommen hat, wirkt so, als habe die Rusada einen Brocken hingeworfen, um zu zeigen: Wir machen ja etwas.“

Urteil ist keine Begnadigung

Auch in Russland macht man sich keine Illusion, dass die Causa abgeschlossen sein könnte. „Es besteht kein Zweifel, dass der Konflikt im Fall um Kamila Walijewa nach der Entscheidung der Rusada nicht zu Ende ist“, schrieb die Zeitung „Kommersant“. Und auf dem Sport-Portal „championat.com“ hieß es: „Bedeutet das, dass Kamila nun vollständig begnadigt ist und dass sie antreten kann, ohne Angst vor weiteren Strafen haben zu…