Straßenblockaden, Kartoffelbrei-Attacken, Flughafen-Proteste: Die Klimaaktivisten der Letzten Generation machen Politik und Polizei seit Januar 2022 schwer zu schaffen. Wo soll das enden?

Es war ein nassgrauer, regnerischer Morgen, als zwei Dutzend Leute der Gruppe Letzte Generation am 24. Januar 2022 erstmals in Berlin Autobahnzufahrten blockierten. Damals hatte wohl kaum jemand eine Vorstellung, was aus dem Protest für mehr Klimaschutz noch werden sollte. Seither haben die sogenannten Klimakleber die halbe Republik gegen sich aufgebracht. Autofahrer schimpfen, Staatsanwälte ermitteln, Politiker empören sich, vermuten gar Terrorgefahr.

Die Gruppe selbst zieht diese Bilanz: „Innerhalb eines Jahres ist die Letzte Generation unignorierbar geworden.“ Nun sollen die Aktionen noch deutlich ausgeweitet werden, wie Sprecherin Aimée van Baalen am Montag sagte. „Der Widerstand wird größer als je zuvor.“ Was genau geplant ist, sagte sie nicht.

Hungerstreik für radikale Klimawende

Angefangen hatte alles schon 2021, kurz vor der Bundestagswahl, mit einem Hungerstreik in Berlin für eine radikale Klimawende. Die Aktivisten warnten damals wie heute, dass kaum noch Zeit bleibe, eine Vollbremsung bei den schädlichen Klimagasen einzuleiten und tödliche Überhitzung der Erde zu vermeiden. Die Hungerstreikenden erstritten ein Gespräch mit Wahlgewinner Olaf Scholz. Als Scholz auf ihre Forderungen nicht einging, begannen die Straßenblockaden. Dazu kamen Proteste in Museen, Stadien, an Erdölpipelines oder Flughäfen. In der Regel kleben sich die Teilnehmer an Oberflächen fest, damit die Räumung lange dauert.

Die Gruppe selbst hat 1250 Straßenblockaden in ganz Deutschland gezählt, rund 800 Menschen hätten sich bei Blockaden festgeklebt. Mehr als 1200 Mal kamen…