Meinung

Werder-Klatsche gegen Köln
Die Bremer Krankheit ist wieder ausgebrochen

Komplett haltlos: Werders Mitchell Weiser (r.) verliert wie das gesamte Team gegen den 1. FC Köln den Boden unter den Füßen

© Rolf Vennenbernd / DPA

Nach der 1:7-Niederlage gegen den 1. FC Köln sollten in Bremen die Alarmglocken schrillen: Die zuletzt gute Stimmung und die Entwicklung von Torjäger Füllkrug haben offenbar dazu geführt, sich selbst zu überschätzen – wie vor zwei Jahren in der Abstiegssaison.

Die Erkenntnis von Trainer Ole Werner ist unmissverständlich: „Das war heute nicht erstligatauglich, klar.“ Werners Worte fassten in prägnanter Kürze zusammen, was sich in den 90 Minuten zuvor auf dem Rasen des Rheinenergie-Stadions zugetragen hatte. Der 1. FC Köln nahm die Gäste aus Bremen besonders in der ersten Halbzeit nach allen Regeln der Kunst auseinander: „Wir wurden heute auf gut Deutsch hops genommen. Sie haben uns überrannt“, beschrieb Werder-Profi Leo Bittencourt das Desaster aus Bremer Sicht. In Zahlen: 1:7. So ein Ergebnis ist im Profi-Fußball eher selten.

Dass Bittencourt unterschwellig Kritik an der Taktik des Trainers äußerte („Die wussten von A bis Z ganz genau, was wir machen“), ist dabei nur ein Nebenaspekt. Bittencourt übersah bei seiner Analyse, dass seine Leistung wie die aller anderen Werder-Profis unterirdisch war, ganz unabhängig von der gewählten Taktik. Richtig ist ja, dass Bremen Probleme bekommt, wenn der Gegner aggressives Pressing und hohes Tempo spielt. Die Mannschaft ist zudem anfällig für Konter, auch weil sie zu oft viele Fehler in der Offensive produziert.

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