Mit einer Hommage am Grab der französischen Frauenrechtlerin Simone Veil im Pantheon in Paris haben die Feierlichkeiten zum 60. Jahrestag der deutsch-französischen Freundschaft begonnen. „Wir ehren eine große Europäerin (…), eine Frau mit festen Überzeugungen und beispielhaftem Handeln, deren Staffel wir weitertragen wollen“, schrieb die Vorsitzende der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet, im Kurzbotschaftendienst Twitter. Sie besuchte die Gedenkstätte gemeinsam mit Bundestagspräsidentin Bärbel Bas.

Bas fordert neuen „Impuls“

Bas hatte zuvor einen „neuen Impuls“ für die deutsch-französischen Beziehungen gefordert. Sie wünsche sich neue gemeinsame Projekte etwa in der Sozial- und Sicherheitspolitik, sagte Bas der Nachrichtenagentur AFP. 

Bundeskanzler Olaf Scholz, fast alle Kabinettsmitglieder und etwa 120 Bundestagsabgeordnete sind in der französischen Hauptstadt Paris. Am 22. Januar 1963 hatten die deutsche und die französische Regierung den Élysée-Vertrag unterzeichnet, der als das Fundament der Freundschaft beider Länder gilt.

Die Vorsitzende der Nationalversammlung, Yaël Braun-Pivet (li.), trifft Bundestagspräsidentin Bärbel Bas

Deutschland und Frankreich wollen nach erheblichen Spannungen in den vergangenen Monaten wieder enger zusammenrücken. Zum Jubiläum gibt es einen Festakt der beiden Parlamente in der renommierten Sorbonne-Universität, an dem die Regierungen teilnehmen. Bei der anschließenden gemeinsamen Kabinettssitzung stehen die Themen Wirtschaft und Energie, Sicherheit und Verteidigung sowie Europa auf der Tagesordnung. Ergebnis soll eine gemeinsame Erklärung sein, die eine Vision für die Zukunft Europas skizzieren soll.

In einem gemeinsamen Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ und das „Journal du Dimanche“ schrieben Scholz und der französische Präsident Emmanuel Macron, sie wollten die EU zu einer „noch stärkeren Führungsmacht der Hoffnung“ machen. „60 Jahre nach Unterzeichnung des Elysée-Vertrags stimmen…