Agrar
Mit Treckern für Tierschutz – Appell für Kampf gegen Hunger

Bundesagrarminister Cem Özdemir spricht zu Tilnehmern der Demonstration der Initiative „Wir haben es satt!“. Foto

© Christophe Gateau/dpa

Zur Grünen Woche ist Ernährung auch politisch: Parallel zur großen Branchenmesse machen viele für eine Agrarwende mobil. Minister aus aller Welt sprechen über mehr Nachdruck zur Ernährungssicherung.

Mehrere Tausend Menschen haben am Wochenende zur Agrarmesse Grüne Woche in Berlin für mehr Tier- und Klimaschutz in der Landwirtschaft demonstriert. Der Protestzug mit dem Motto „Wir haben es satt“ und 55 Traktoren führte am Samstag zum Brandenburger Tor. Die Forderungen zielten etwa auf das Ende von Riesenställen und einen Stopp des Insektensterbens. Bundesagrarminister Cem Özdemir (Grüne) rief zu mehr Engagement Europas für eine langfristige Ernährungssicherung in Afrika auf. Man müsse von „Krisenhopping“ wegkommen. „Getreidesilos bauen, statt Getreidesäcke schicken – darum muss es gehen“, sagte er nach einer Konferenz mit internationalen Amtskollegen in Berlin.

Bei der Demo hieß es auf Transparenten und Schildern: „Insekten schützen“ oder „Agrarindustrie Tötet!“ Auf einer Schweinefigur, die über die Straße gezogen wurde, stand: „Massentierhaltung braucht kein Schwein.“ Nach Angaben der Veranstalter nahmen rund 10.000 Menschen teil. Die Polizei sprach von gut 7000 Männern und Frauen. Die Demonstration sei friedlich verlaufen. Landwirte überreichten auch eine Protestnote an Özdemir, der dafür aus der Konferenz herauskam.

Die Initiative „Wir haben es satt“ forderte „faire“ Erzeugerpreise und Sozialleistungen, die ökologischen Konsum möglich machen. Mehr Flächen sollten zum Anbau menschlicher Nahrung genutzt werden statt für Futter. Die Demo läuft seit Jahren zur Grünen…