Ende vergangenen Jahres bekam Angelina die Nachricht: Ihr Mann sei im Kampf für die Wagner-Söldner von Jewgeni Prigoschin in der Ukraine gefallen. Doch dann meldete sich der ukrainische Geheimdienst: Der Mann sei am Leben. Auf ihn warte der Prozess. 

Feierliche Beisetzungen von ehemaligen Häftlingen, die für die Söldner-Truppe Wagner, in den Krieg gezogen sind, sind Teil der Kommunikationsstrategie von Jewgeni Prigoschin, dem Chef der vermeintlichen Privatarmee. Männer, die wegen Mordes noch Jahre in Haft hätten verbringen müssen, werden wie Helden bestattet. Manchmal lässt sich Prigoschin gar persönlich blicken. In seiner Theorie helfen solche Beerdigungen mit symbolischem Pomp einerseits einen morbiden Heldenkult rund um seine Söldner aufzubauen. Andererseits sind sie äußerst dienlich, um dem Chef im Kreml vorzuführen, was für einen erbitterten Kampf die Truppe in der Ukraine führt.

Im entbrannten Machtkampf zwischen Prigoschin und dem russischen Verteidigungsministerium soll Putin schließlich sehen, wer an der vordersten Front steht. Und nach dem Willen des Mannes, der den Spitznamen Putins Koch trägt (weil er Jahre lang die Küchen des Kremls beliefert hat), soll das Urteil seines Gönners eindeutig zu seinen Gunsten ausfallen. 

Doch in der Praxis entwickeln sich solche Inszenierungen nicht so, wie Prigoschins Theorie es vorsieht. Zumal wenn sie tatsächlich nichts weiter sind als Inszenierungen. Denn es stellt sich heraus: Die Wagner-Truppe beerdigt nicht nur Tote.

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