In Schauprozessen gehen die russischen Behörden brutal gegen Kriegsgegner vor. Die russische Künstlerin Alexandra Skotschilenko steht in Sankt Petersburg vor Gericht, weil eine Rentnerin sie denunzierte. Seit Monaten sitzt die junge Frau in Untersuchungshaft.

Die Zettel, die Alexandra Skotschilenko vielleicht für zehn Jahre ins Gefängnis bringen werden, sind nicht einmal so groß wie Postkarten. „Russische Rekruten werden in die Ukraine geschickt. Der Preis für den Krieg ist das Leben unserer Kinder“, steht auf einem. Auf einem anderen: „Die russische Armee hat die Kunstschule in Mariupol bombardiert. Etwa 400 Menschen suchten dort Schutz vor Beschuss.“ Fünf solcher Pappkarten hatte Alexandra, Sascha genannt, im Petersburger Supermarkt „Perekrjostok“ neben die Preisschilder am Honigregal geschoben. Es war ihr Protest gegen Putins Krieg. Seit April sitzt sie dafür im Untersuchungsgefängnis.

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