1. Bei der Nähe musste ein wenig nachgeholfen werden

Der deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauermusste 1963 ein wenig geschubst werden, bevor er dem französischen Präsidenten Charles de Gaulle Küsse auf die Wangen drückte. Dafür gibt es einen Videobeweis, den die deutsch-französische Erklärsendung Karambolage des ebenfalls deutsch-französischen Senders ARTE aufdeckte: Es war wahrscheinlich der deutsche Protokollchef, der den etwas steif wirkenden Bundeskanzler Adenauer in die geöffneten Arme de Gaulles schob. Die Küsschen der beiden Männer schrieben Geschichte und besiegelten, was sie soeben unterschrieben hatten: Der Élysée-Vertrag vom 22 Januar 1963 wurde zum entscheidenden Grundstein der deutsch-französischen Freundschaft. Angesichts vieler Konflikte und zweier Weltkriege, in denen man sich als Feind gegenüber gestanden hatte, absolut keine Selbstverständlichkeit. 

Küsschen nach dem Vertragsabschluss

Seitdem gibt es eine ganze Reihe ikonischer Bilder von deutschen und französischen Regierungschefs, die ihre Nähe betonten: Das händchenhaltende Duo François Mitterand und Helmut Kohl oder die sich immer wieder in den Armen liegenden Jacques Chirac und Gerhard Schröder. Sogar die stets beherrschte Angela Merkel lehnte sich vertrauensvoll an die Schulter des amtierenden Präsidenten Emmanuel Macron. Davon sind Bundeskanzler Olaf Scholz und der französische Präsident heute weit entfernt.

Auf und Ab einer besonderen Freundschaft

Das Gestern überwinden

Das ist noch europäische Begeisterung, als 1962 der französische Staatspräsident Charles de Gaulle in Bonn Bundeskanzler Konrad Adenauer besucht. Ein halbes Jahr später unterzeichnen beide Staatsmänner den Elysée-Vertrag und besiegeln damit die Freundschaft zwischen beiden Ländern.

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Männerfreundschaft

Unter den jeweiligen Staats- und Regierungschefs verstehen sich in den Siebzigern Valérie Giscard d’Estaing und Helmut Schmidt…