Maschinelle Fehlerteufel
Künstliche Dummheit: US-Nachrichtenwebsite lässt Dutzende Artikel von KI schreiben – und blamiert sich

Künstliche Intelligenz ist auch im Journalismus längst kein Neuland mehr. Allerdings wird sie mindestens kritisch beäugt (Symbolbild)

© Andrey Popov / Imago Images

Künstliche Intelligenz sollte per Definition was sein? Intelligent natürlich. Doch, wie ein Onlinemagazin in den USA unfreiwillig bewiesen hat, stößt auch fortschrittlichste Technologie (noch) an ihre Grenzen.

„Investieren kann ein effektiver Weg sein, um mit Ihrem Geld mehr Geld zu verdienen.“ So beginnt ein kürzlich auf der US-Nachrichtenwebsite Cnet veröffentlichter Ratgeberartikel zum Thema Zinseszins. Zugegeben: Die Erkenntnis in diesem ersten Satz ist nicht gerade überraschend. Womöglich sind es aber die Fehlerteufelchen, die sich im weiteren Textverlauf eingeschlichen haben.

In dem Artikel heißt es unter anderem, dass bei einer Einlage von 10.000 US-Dollar und drei Prozent Zinsen nach einem Jahr stolze 10.300 Dollar Gewinn abfielen. Da hat sich der Autor um schlappe 10.000 Dollar verschätzt. Nur dürfte sich der Verfasser eigentlich keine Fehler leisten, schließlich ist der kein Mensch, sondern eine Maschine. Eine künstliche Intelligenz hatte den Text verfasst. Das wusste der Leser auf den ersten Blick allerdings nicht. Als Autor wird bis heute lediglich eine ominöse „Cnet Money“-Redaktion angegeben.

Rund 75 Artikel sollen seit November 2022 auf der Nachrichtenwebsite des US-Medienunternehmens Cnet, einer CBS-Tochter, allein oder mithilfe von künstlicher Intelligenz verfasst und veröffentlicht worden sein. Einige davon wiesen inhaltlich gravierende Fehler auf.

„Redaktionelles Versagen“

Auf die Schliche kam der bekannten…