Entwicklungsländer
Von Antibiotika bis Krebs-Mittel: Pfizer „verschenkt“ Medizin an die 45 ärmsten Länder der Welt

Impfungen und andere Medizin soll in Entwicklungsländern durch Pfizer bald deutlich günstiger werden

© Rafayat Haque Khan / Imago Images

Für kranke Menschen in Entwicklungsländern ist es eine bizarre Situation: Ihnen könnte aus wissenschaftlicher Sicht geholfen werden, die Kosten für die Medikamente sind aber zu teuer. Pfizer will an den Ärmsten der Armen nun nicht mehr verdienen.

Die medizinische Forschung hat in den vergangenen Jahrzehnten enorme Fortschritte gemacht. Die Erfolge kommen allerdings nur Menschen in reichen Ländern vollkommen zur Güte, Menschen in Entwicklungsländern können sich teure Medizin schlicht und ergreifend oft nicht leisten. Der Pharma-Riese Pfizer will daran nun kein Geld mehr verdienen.

Schon im Mai 2022 hatte Pfizer angekündigt, mit seinem Programm „An Accord for a Healthier World“ Entwicklungsländer mit günstiger Medizin versorgen zu wollen. Damals fielen allerdings nur die von Pfizer selbst patentierten Medikamente wie der Corona-Wirkstoff Paxlovid und eines der wichtigsten Brustkrebs-Medikamente unter die Vereinbarung, mit der die ärmsten Entwicklungsländer die Medikamente zu Selbstkosten erhalten sollen.

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Auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat Pfizer nun das Angebot noch deutlich ausgeweitet: Neben den selbst patentierten Medikamenten sollen nun auch unlizenzierte Medikamente ohne Gewinn verkauft werden. Darunter fallen unter anderem viele Antibiotika, mit denen Pfizer pro Jahr rund 1,5 Millionen Menschen vor dem Tod durch bakterielle Infektionen in Krankenhäusern und…