Konjunktur
Ifo-Institut: Neuaufträge im Wohnungsbau bleiben aus

Ein Gerüst steht an einem Neubau für Wohnungen. Der Wohnungsneubau in Deutschland kommt zunehmend unter Druck. Foto

© Sebastian Gollnow/dpa

Private Bauherren finden derzeit verschlechterte Bedingungen für den Bau eines Hauses oder einer Wohnung vor. Daran wird sich wohl in absehbarer Zukunft auch nicht viel ändern.

Der Wohnungsneubau in Deutschland kommt zunehmend unter Druck. Laut Ifo-Institut fielen die Auftragsbestände im Dezember den fünften Monat in Folge. „Zu den Hauptgründen zählen die erheblich verteuerten Wohnungsbaukredite, stark gestiegene Baukosten sowie die Rückführung der Neubauförderung des Bundes“, sagte Ifo-Experte Ludwig Dorffmeister am Mittwoch. „Für private Bauherren und Wohnungsunternehmen haben sich die Rahmenbedingungen drastisch verschlechtert.“

Der Rückgang bei den Baugenehmigungen für Wohnungen in Deutschland hat sich rapide fortgesetzt. In November wurde der Bau von 24.304 Wohnungen bewilligt, gut 16 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit.

Von Januar bis November wurden damit 321.757 Wohnungen genehmigt, ein Minus von 5,7 Prozent zum Vorjahreszeitraum. Besonders stark fiel dabei der Rückgang bei Einfamilienhäusern aus (minus 15,9 Prozent).

Stark gestiegene Preise für Baustoffe

Die Zahl der Baugenehmigungen ist mit Blick auf den Wohnungsmangel in vielen Städten ein wichtiger Indikator. Allerdings werden genehmigte Wohnungen oft zunächst nicht gebaut, weil Handwerker und Baufirmen keine Kapazitäten haben. Auch die stark gestiegenen Preise für Baustoffe und Bauland bremsen. So legten die Preise für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im November um fast 17 Prozent zum Vorjahresmonat zu.