Es war eine ziemlich überraschende Personalie: Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius wird neuer Verteidigungsminister. In der Presse stößt sein Wechsel nach Berlin auf ein geteiltes Echo.

Niedersachsens Innenminister Boris Pistorius wird neuer Verteidigungsminister und damit Nachfolger der scheidenden Amtsinhaberin Christine Lambrecht (beide SPD). Der Amtswechsel soll an diesem Donnerstag erfolgen. Pistorius sagte, der habe „Demut und Respekt vor einer so gewaltigen Aufgabe“. In der Presse wird seine Bestellung kritisch gesehen.

„Badische Zeitung“: Naturgemäß kennt sich der Jurist gut mit innerer Sicherheit aus, weniger mit der äußeren. Aber vom Typ her ist er einer, dem man die Durchsetzungsstärke für das Amt zutraut. Pistorius hat sich als Innenminister einen Ruf als roter Sheriff verdient: als einer, der bereit ist, hart durchzugreifen. Das ist eine gute Grundlage für einen, der nun ein roter General sein soll. Der künftige Minister hat angekündigt, er werde sich vor seine Truppe stellen. Das sind Töne, die dort sehr begrüßt werden dürften. Vor Pistorius liegen extrem schwierige Aufgaben. An der dringend notwendigen Reform des Beschaffungswesens sind schon viele gescheitert. Neben seiner Erfahrung und seinem Auftreten spricht für ihn auch eines: Er hat erkennbar Lust auf die Herausforderung. Das klingt banal – doch diese Begeisterung war bei Christine Lambrecht in diesem Amt nie richtig zu spüren.

Meinung

Lambrecht-Nachfolge

Scholz holt Boris Pistorius – warum der Kanzler bei der Personalpolitik merkelt

Vor 15 Stunden

„Weser-Kurier“: Was also bringt der Mann mit für sein künftiges Amt? Als niedersächsischer Innenminister ist er sowohl mit Sicherheitsthemen vertraut als auch mit Beschaffungs- und Personalproblemen – bei der Polizei. Da gibt es durchaus Überschneidungen: Der Kampf gegen den islamistischen Terrorismus etwa ist…