Milde Temperaturen
Wenn der Igel erwacht – wie das Tierreich auf den warmen Januar reagiert

Wegen der milden Temperaturen erwachen viele Igel in diesem Jahr vorzeitig

© Klaus-Dietmar Gabbert / DPA

Der DWD spricht zum Jahresbeginn von Temperaturen auf einem „beständigen Höhenflug“. Igel und Bienen leiden unter den Temperaturschwankungen, Wildschweine freuen sich über den milden Januar.

Bienen fliegen auf der Suche nach Blüten über Wiesen, Igel erwachen aus ihrem Winterschlaf: Was eigentlich den Beginn den Frühlings ankündigt, passiert in diesem Jahr teilweise schon im Januar. Milde Temperaturen bringen die Natur aus dem Rhythmus. „Unser Ökosystem ist aufeinander abgestimmt“, erklärt Julian Heiermann, Naturschutzexperte des Naturschutzbundes (Nabu). Insekten, die früher fliegen, bräuchten dann auch Nahrungspflanzen. „Das ist in der Natur normalerweise synchronisiert. Wenn es jetzt noch extremer wird, und es irgendwann vielleicht gar keinen Winter mehr gibt, habe ich Bedenken, dass das aus dem Takt gerät.“

Wind und Regen statt winterlicher Kälte

Die Temperaturen zu Jahresbeginn waren bisher außergewöhnlich mild. „Der Januar befindet sich im Hinblick auf die Temperatur auf einem beständigen Höhenflug“, schrieb der Deutsche Wetterdienst (DWD) nach der ersten Januarwoche. Seit Wochen sei es wechselhaft, teilte er jüngst mit. „Es fühlt sich eher nach windigem Herbstwetter statt Winter an.“

Durch Klimaveränderungen gebe es mehr Wetterauffälligkeiten wie trockene, heiße Sommer oder warme und zu trockene Winter, sagt Derk Ehlert, Wildtierexperte der Berliner Umwelt-Senatsverwaltung. Diese Veränderungen wirkten sich unterschiedlich auf Pflanzen und Tiere aus – meist jedoch zu deren Nachteil. Ein gesunder, starker Bestand könne solche Veränderungen besser verkraften, sagt Ehler. „Aber durch trockene Sommer, Hitze und…