Verbraucher
Discount-Trend bremst Umstellung zu mehr Bio-Landwirtschaft

Bio oder Discount? Wegen der hohen Inflation entscheiden sich mehr Konsumenten für die günstigere Variante im Supermarktregal. Foto

© Sven Hoppe/dpa

Angesichts diverser Preissprünge im Alltag greifen viele Kundinnen und Kunden auch bei Gemüse, Milchprodukten oder Fleisch eher zu günstigeren Artikeln. Das hat Folgen nicht nur für die Geschäfte.

Kaufzurückhaltung bei teureren Lebensmitteln in der hohen Inflation bremst nach Branchenangaben einen schnelleren Wandel zu mehr Bio-Landwirtschaft. Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Im Moment sind die Überlegungen, auf Öko-Landwirtschaft umzustellen, verhalten.“

Reformhäuser und andere, die hochwertige Bioprodukte vermarkten, litten unter einem massiven Umsatzeinbruch. „Der Trend geht bei Bio momentan eindeutig in den Discountbereich. Das beobachten natürlich Landwirte und sind deshalb etwas vorsichtiger im Hinblick auf eine Umstellung.“

Bio-Erzeugung deutlich teurer

Rukwied sagte, bei Bio gelte das gleiche wie bei sogenannten Tierwohlprodukten: „Die Aufwendungen sind einfach höher, und das muss sich im Preis widerspiegeln.“ So sei im Ökolandbau etwa der Anteil der mechanischen Bodenbearbeitung höher. „Da schlagen auch die hohen Treibstoffkosten für Fahrzeuge noch deutlicher zu Buche.“ Insofern brauche man aus heutiger Sicht auch weiterhin einen Preisabstand, weil die Erzeugung ökologischer Produkte in den Stückkosten deutlich teurer sei.

Das Geschäft mit Biolebensmitteln hatte im vergangenen Jahr einen ungewohnten Dämpfer erhalten. „Der deutsche Öko-Markt schrumpfte 2022 zum ersten Mal in seiner Geschichte“, hieß es in einem Marktbericht des Bauernverbands zum Jahreswechsel. Bis Ende Oktober sank der Öko-Umsatz um 4,1 Prozent. Dennoch…