Nach Angaben der UN-Kulturorganisation UNESCO sind im vergangenen Jahr weltweit 86 Journalistinnen und Journalisten getötet worden. 2021 seien es noch 55 gewesen. Nach mehreren aufeinanderfolgenden Jahren des Rückgangs sei der starke Anstieg alarmierend, sagte UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay bei der Vorstellung des jüngsten Berichts in Paris.

Demnach kamen im Jahr 2018 insgesamt 99 Journalisten gewaltsam ums Leben, von 2019 bis 2021 waren es durchschnittlich 58 pro Jahr. Die Behörden müssten diese Verbrechen stoppen und die Täter bestrafen, forderte Azoulay.

Lateinamerika und die Karibik gelten laut UNESCO als besonders gefährlich für Medienschaffende. In dieser Region seien im vergangenen Jahr 44 Morde an Medienleuten registriert worden, das sei mehr als die Hälfte aller weltweit getöteten Journalisten. 

In der Ukraine wurden 2022 zehn Journalisten getötet. Damit liegt die Ukraine an zweiter Stelle hinter Mexiko, wo 19 Journalisten getötet wurden.

UNESCO-Generaldirektorin Audrey Azoulay: Behörden müssen diese Verbrechen stoppen und die Täter bestrafen

Laut UNESCO wurde etwa die Hälfte der Journalisten in ihrer Freizeit getötet, also zum Beispiel zu Hause oder auf Reisen. „Das heißt, dass es keinen sicheren Ort mehr für Journalisten gibt“, so der Bericht.

Täter bleiben meist straffrei

Die Gründe sind unterschiedlich, häufig handle es sich um Racheakte für Berichte über heikle Themen, etwa organisiertes Verbrechen, bewaffnete Konflikte, Extremismus oder Korruption. Der Anteil der Fälle, in denen die Täter straffrei bleiben, ist mit 86 Prozent ausgesprochen hoch.

Journalisten, vor allem aber auch Journalistinnen, werden laut dem Bericht zudem häufig mit anderen Formen von Gewalt konfrontiert, beispielsweise Entführungen, willkürliche Haft und juristische Verfolgung.

uh/gri (dpa, afp, epd)