Sehen Sie im Video: Jericho-Schädel – Forscher rekonstruieren 9000 Jahre altes Gesicht.

So könnte es ausgesehen haben – das Gesicht des jungen Mannes, der vor mehr als 9000 Jahren in der biblischen Stadt Jericho starb.  
 Forscher und Grafik-Experten haben dem sogenannten Jericho-Schädel mit Hilfe von Micro-CT-Technik und grafischer Bearbeitung ein Gesicht gegeben. Der Schädel stammt aus der Neusteinzeit und wurde 1953 von der britischen Archäologin Kathleen Kenyon gefunden. Er befindet sich im Britischen Museum in London. 2016 rekonstruierten Forscher den Schädel mittels eines CT-Scans und erstellten einen 3D-Nachbildung. Das war die Grundlage, auf der Grafikexperten nun ein Gesicht geformt sowie Körperhaare und Augen modelliert haben. Besonders auffällig ist die schmale Form des Schädels: Experten zufolge wurde dem Mann als Kind der Schädel abgebunden – vermutlich ein Schönheitsideal zu dieser Zeit. Auch andere Schädel, die die Forscherin Kenyon hier fand, zeigen diese Veränderung. Der Mann war den Schätzungen der Archäologen zufolge in seinen 30ern oder 40ern, als er starb. Auf seine Augen wurden nach seinem Tod Muscheln gelegt und das Gesicht mit Gips modelliert. Etwa 50 solcher Schädel wurden im Laufe der Zeit in Jericho entdeckt. Forscher gehen davon aus, dass sie zur Dekoration von Grabstätten hergestellt wurden. Möglicherweise waren es modellierte Abbildungen verstorbener Verwandter, die so in Erinnerung bleiben sollten.   Dank grafischer Rekonstruktionsmöglichkeiten haben wir heute eine Ahnung, wie der verstorbene Mann ausgesehen haben mag. 

Videos, die sie auch interessieren könnten: 
Leben vor 4000 Jahren: Archäologe rekonstruiert lebensnahe Steinzeit-Frau
700 Jahre alte Gesichter aufwendig rekonstruiert: So sahen Menschen im Mittelalter aus
Fälschung oder echt? Mysteriöser Schädel mit Metallimplantat gibt Rätsel auf