Wie die zuständige Staatsanwaltschaft in Brüssel mitteilte, unterschrieb der ehemalige EU-Abgeordnete eine Vereinbarung, wonach er eng mit der belgischen Justiz zusammenarbeiten will. Im Gegenzug werde seine Strafe reduziert. Die Behörde sprach von einer „wichtigen Entwicklung“.

Pier Antonio Panzeri ist Italiener und gilt als wichtiger Akteur in dem Skandal, den belgische Ermittler im Dezember aufgedeckt hatten. Dabei geht es um mutmaßliche Einflussnahme aus Katar und Marokko auf politische Entscheidungen des Europaparlaments.

Einfallstor für Einflussnahme

Im Fokus standen neben Panzeri unter anderem auch die ehemalige Vizepräsidentin Eva Kaili und ihr Lebensgefährte Francesco Giorgi, der als Assistent eines Abgeordneten im Parlament arbeitete. Panzeri war laut der belgischen Zeitung „Le Soir“ von Giorgi beschuldigt worden, der Chef einer mutmaßlichen Organisation gewesen zu sein, die von Katar und von Marokko genutzt worden sei, um sich in europäische Angelegenheiten einzumischen.

Ebenfalls in Untersuchungshaft: Ex-Vize-Parlamentschefin Eva Kaili aus Griechenland

Alle drei sind derzeit in Untersuchungshaft. Ihnen werden die Beteiligung an einer kriminellen Vereinigung, Geldwäsche und Korruption zur Last gelegt.

Der Staatsanwaltschaft zufolge unterschrieb Panzeri die Vereinbarung im Beisein seines Anwalts. Die Behörde nannte den 67-Jährigen eine der „Schlüsselfiguren“ des Falls.

Gefängnisstrafe wird verkürzt

Panzeri habe sich verpflichtet, den Ermittlern umfassende Einblicke in die kriminellen Strukturen zu liefern. Dazu gehören den Angaben zufolge unter anderem die Namen derjenigen, die bestochen wurden, die versprochenen Vorteile und finanzielle Arrangements mit anderen Ländern.

Im Gegenzug erhält der ehemalige Abgeordnete eine kürzere Haftstrafe und muss eine Geldstrafe zahlen. Außerdem sollen seine gesamten erworbenen Vermögenswerte eingezogen werden, die derzeit auf eine Million Euro geschätzt werden. Kurz zuvor hatte die Staatsanwaltschaft…