Geldanlage
Aktionärszahl steigt auf Rekordhöhe

Die Skulpturen von Bulle und Bär sind die Wahrzeichen vor der Frankfurter Börse. Foto

© Frank Rumpenhorst/dpa

Deutschland gilt nicht gerade als Land der Aktionäre. Doch 2022 wurde ein mehr als 20 Jahre alter Rekord geknackt. Damit dies kein Strohfeuer bleibt, sehen Experten auch die Politik in der Pflicht.

Das Börsenjahr 2022 war nichts für schwache Nerven. Nach dem Boom 2021 sorgten Ukraine-Krieg, Energiekrise und Rekordinflation für einen Kursrutsch, der Leitindex Dax stürzte zeitweise unter 12.000 Punkte. Die Zinswende macht Sparbücher und Tagesgelder wieder attraktiv. Dennoch: Nie steckten mehr Menschen in Deutschland Geld in Aktien, Fonds und/oder börsengehandelten Indexfonds (ETFs) als im vergangenen Jahr. Mit 12,89 Millionen Aktionären wurde sogar der bisherige Höchststand aus dem Jahr 2001 (12,85 Mio) minimal übertroffen, wie das Deutsche Aktieninstitut (DAI) in Frankfurt errechnet hat. Ist das nach dem Rückgang 2021 nun die von Börsianern lange ersehnte Trendwende?

„2022 war ein sehr erfreuliches Jahres für die Aktienkultur in Deutschland“, bilanzierte die Chefin des Aktieninstituts, Christine Bortenlänger am Dienstag. Gemessen an der hiesigen Bevölkerung ab 14 Jahren war demnach knapp jeder Fünfte (18,3 Prozent) am Aktienmarkt engagiert.

Mancher Anleger habe wohl den Kursabschwung an den Aktienmärkten als günstige Gelegenheit zum Einstieg genutzt, während sich alte Börsen-Hasen von den Schwankungen nicht aus der Ruhe bringen ließen. Von 2021 auf 2022 erhöhte sich die Zahl der Aktiensparer hierzulande nach Berechnungen des Institut um knapp 830.000. Zur Wahrheit gehört allerdings, dass die DAI-Statistik seit dem Jahr 2020 auch ausländische Aktionäre mit Wohnsitz in Deutschland erfasst. Allein das sorgte seinerzeit für einen Anstieg um 500.000.