Chemie
BASF: Milliardenverlust durch Russland-Rückzug von Tochter

Das Werksgelände von BASF in Ludwigshafen. Foto

© Uwe Anspach/dpa

Die Folgen des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine geht auch am Chemieriesen BASF nicht spurlos vorbei – der Konzern ist überraschend in die roten Zahlen gerutscht.

Die BASF-Tochter Wintershall Dea zieht sich aus Russland zurück – und brockt ihrem Mutterkonzern für 2022 einen Milliardenverlust ein. Unter dem Strich blieb bei BASF ein Fehlbetrag von rund 1,4 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern überraschend in Ludwigshafen mitteilte.

Hauptursache waren Abschreibungen auf Wintershall Dea in Höhe von 7,3 Milliarden Euro. Die Tochter beklagt eine faktische Enteignung ihrer dortigen Beteiligungen in Russland. Sie plant den Angaben zufolge einen vollständigen Rückzug aus dem Land unter Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen. Die Aktie sackte nachbörslich auf der Handelsplattform Tradegate um 3,6 Prozent ab.

„Joint Ventures de facto enteignet“

„Eine Fortführung unseres Geschäftes in Russland ist nicht tragbar“, sagte Wintershall-Dea-Chef Mario Mehren laut einer separaten Mitteilung. Der Krieg habe die Zusammenarbeit zwischen Russland und Europa zerstört. Außerdem habe die russische Regierung die Tätigkeit westlicher Unternehmen in dem Land eingeschränkt. „Die Joint Ventures wurden de facto wirtschaftlich enteignet“, sagte Mehren.

Wintershall Dea verwies dabei auf russische Regelungen von Ende Dezember. Diese reduzierten rückwirkend die Preise, zu denen die Gemeinschaftsunternehmen ihre produzierten Kohlenwasserstoffe an den russischen Konzern Gazprom verkaufen können.

Künftig will Wintershall Dea die Kennzahlen seiner russischen Gemeinschaftsunternehmen nicht mehr in den Konzernabschlüssen ausweisen. Ausgenommen seien…