Das Humboldt Forum in Berlin ist um eine Attraktion reicher: eine neu angefertigte Replik des berühmten Ost-Tores aus dem indischen Sanchi. Das altindische Tor zur Verehrung Buddhas steht nun vor der rekonstruierten Barock-Fassade des Berliner Stadtschlosses, das das Ethnologische Museum Berlin und das Museum für Asiatische Kunst beherbergt. 

Das Original des Tores stammt aus dem ersten Jahrhundert unserer Zeitrechnung und dient in Sanchi als einer von vier Eingängen des großen Stupa, eines Baus in Form einer Halbkugel mit Reliquien buddhistischer Heiliger.

Das Stupa in Sanchi ist eines der ältesten und am besten erhaltenen buddhistischen Heiligtümer in Indien.

Die Nachbildung des indischen Heiligtums dient den Museen im Humboldt Forum als Eingangstor und ist zugleich ein Ort der Kontemplation und des Staunens, ein Fenster in die Vergangenheit Indiens. Die Arbeiten an der rund 150 Tonnen schweren und etwa elf Meter hohen roten Sandsteinkonstruktion hatten im November vergangenen Jahres begonnen. Der Sandstein für die neue Replik stammt aus einem Steinbruch in Röttbach bei Würzburg. An den Reliefs arbeiteten Steinbildhauer aus Deutschland und Indien gemeinsam.

Das Tor (mittig-links im Bild) direkt vor dem Berliner Stadtschloss führt zum Ethnologischen Museum und zum Museum für Asiatische Kunst im Berliner Humboldt Forum

Auf den drei Querbalken und zwei Säulen sind detaillierte Szenen aus dem Leben Buddhas dargestellt. Das 1,6 Millionen Euro teure Projekt knüpft an die Replik des Sanchi-Tores im Berliner Stadtteil Dahlem aus dem Jahr 1970 an, wo die Kunstschätze aus dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst vor ihrem Umzug ins Humboldt Forum zu sehen waren.

Besucherinnen und Besucher werden jedoch keine Darstellung von Buddha selbst unter der Ikonografie auf dem Tor finden. Er wurde zur Zeit der Errichtung des ursprünglichen Tores vor mehr als 2000 Jahren lediglich durch Symbole wie einen Thron unter einem Baum…