Nach Angriffen auf Regierungsviertel
Präsident Lula sagt Hintermännern den Kampf an – Bolsonaro aus Krankenhaus entlassen

Luiz Inacio Lula da Silva, Präsident von Brasilien, spricht während eines Treffens mit Gouverneuren. „Wir werden auch niemandem gegenüber lauwarm sein“, verspricht der 77-Jährige im Anschluss

© Eraldo Peres / AP / DPA

Auch an Tag zwei nach dem Sturm auf das Regierungsviertel kommt Brasilien nicht zur Ruhe. Präsident Lula verspricht, die Hintermänner zu finden und erhält Unterstützung von US-Präsident Joe Biden. Lulas Vorgänger Bolsonaro grüßt derweil aus dem Krankenhaus.

Nach dem Sturm radikaler Anhänger von Brasiliens Ex-Präsident Jair Bolsonaro auf das Regierungsviertel in Brasília hat Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva versprochen, diejenigen zu ermitteln und zu fassen, die hinter der Aktion stecken. „Im Namen der Verteidigung der Demokratie werden wir niemandem gegenüber autoritär sein, aber wir werden auch niemandem gegenüber lauwarm sein“, sagte Lula nach einem Treffen mit mehr als 20 Gouverneuren in Brasília am Montag (Ortszeit) im brasilianischen Fernsehen. „Wir werden das untersuchen und die Leute finden, die es finanziert haben.“ Rund 1500 Bolsonaro-Unterstützer waren vorläufig festgenommen worden.

Lula trifft sich mit Gouverneuren

Im Fernsehen war auch zu sehen, wie Lula und Gouverneure am Abend vom Regierungssitz Palácio do Planalto zum Obersten Gerichtshof gingen. Am Sonntag hatten radikale Bolsonaro-Anhänger das Regierungsviertel in der brasilianischen Hauptstadt gestürmt. Sie brachten kurzzeitig die Schaltzentralen der wichtigsten Staatsgewalten des Landes unter ihre Kontrolle. Sie drangen in den Kongress, das oberste Gericht und den Regierungssitz ein, randalierten und hinterließen eine Spur der Verwüstung. Erst nach Stunden brachten die Sicherheitskräfte die Lage wieder unter Kontrolle. In…