Überraschend stimmte auch der syrische Verbündete Russland dem Vorschlag zu, Lebensmittel, Unterkünfte, Medikamente und andere Hilfsgüter in das syrische Gebiet zu liefern. Noch im Juli hatte Moskau eine Verlängerung der grenzüberschreitenden Lieferungen um zwölf Monate mit seinem Veto verhindert und erst nach tagelangen Verhandlungen eine Verlängerung um sechs Monate gebilligt. Die Maßnahmen sind seit 2014 in Kraft. Der Sicherheitsrat muss sie genehmigen, weil die syrischen Behörden dem humanitären Einsatz in den von Oppositionellen gehaltenen Gebieten nicht zustimmen. Die bisherige UN-Resolution wäre am Dienstag ausgelaufen.

Die Hilfskonvois fahren nach Auskunft der Vereinten Nationen über einen Grenzposten zwischen der Türkei und der nordwestlichen Region Syriens, die von Rebellen und Extremisten kontrolliert wird. Das syrische Regime unter Präsident Baschar al-Assad verfügt dort über keine Machtmittel.

Erst am Freitag hatten Hilfsorganisationen angesichts der drohenden Schließung des Grenzübergangs vor einer Verschlimmerung der humanitären Krise in Syrien gewarnt. Die Menschen seien vor allem jetzt im Winter auf eine grenzüberschreitende Hilfe angewiesen, mahnte die Welthungerhilfe in Bonn. Auch die Organisation Malteser International erklärte, eine Grenzschließung würde „katastrophale“ Folgen für mehr als vier Millionen hilfsbedürftige Menschen im Nordwesten des Bürgerkriegslandes haben.

Guterres warnt vor Kappung der Lebensader

UN-Generalsekretär António Guterres sprach von einer unverzichtbaren Lebensader für die Bevölkerung, die auf Unterstützung von außen angewiesen sei. Er erklärt, dass sich die humanitäre Lage in Syrien verschlimmere. Wenn die Hilfslieferungen aus der Türkei in den Nordwesten Idlibs nicht verlängert würden, könnten Millionen von Syrern den Winter nicht überleben.

Dieser Lastwagen bringt im Auftrag der UN Hilfsgüter in die syrische Provinz Idlib

Guterres fügte hinzu, dass die Hilfslieferungen zwar über die…