Nach 120 Minuten Wahnsinn im Viertelfinal-Thriller zwischen Argentinien und Niederlande sind all die Raufereien auf dem Rasen, all die Tritte, Traumpässe und Tore kurz vergessen. Es kommt zum ultimativen Showdown: Elfmeterschießen zum Einzug ins WM-Halbfinale.

Lionel Messi ist der erste, der für Argentinien aus dem Mittelkreis zum Elfmeterpunkt schlendert. Und mit ihm zittern nicht nur fast 90.000 Zuschauer im Lusail-Stadion in Doha, das fest in argentinischer Hand ist. Mit ihm zittert vermutlich ganz Argentinien. Mit ihm zittern in diesem Augenblick Millionen von Fans rund um den Globus – ob in Barcelona, Lagos, Dhaka oder Kathmandu.

Messi trifft vom Elfmeterpunkt

Argentiniens Torwart Emiliano Martinez pariert den Elfmeter des Niederländers Virgil van Dijk

Auf der Tribüne liegen sich Männer in blau-weißen Trikots in den Armen, der Kopf auf der Brust des besten Kumpels abgelegt. Sie können nicht hinsehen. Ein anderer Fan lässt nervös die Perlen eines kleinen Rosenkranzes durch seine Finger gleiten. Eine Frage liegt in der Luft: Wird Messi zum tragischen Helden? Verschießt er diesen Elfmeter und Argentinien scheidet aus? Ist dies sein allerletzter Schuss bei einer Weltmeisterschaft?

Messi versenkt den Elfmeter lässig in der Mitte des Tores. Ein argentinischer Journalist auf der Pressetribüne fängt an zu weinen. Und als Argentinien nach großem Kampf schließlich mit 4:3 im Elfmeterschießen gewinnt, reißen sich einige Anhänger die Trikots vom Leib und wedeln damit durch die Luft. Der Fan mit dem Rosenkranz blickt in den Himmel und bedankt sich.

Der ewige Messi-Maradona-Vergleich

Auch Messi selbst schickt einen Gruß in den Himmel: „Diego schaut auf uns herab. Er drängt uns immer weiterzumachen, er hilft uns von ganz oben.“ Der verstorbene Diego Maradona spielt immer irgendwie auch mit, in den Herzen der Argentiniern, bei den Spielern und Fans. Folklore und Faszination. Auch wenn viele Anhänger die Vergleiche mit Messi nicht mehr hören können. Es sind…