Bevölkerung
Menschen in Deutschland gehen immer häufiger früh in Rente

Zwei Rentner sitzen auf einer Bank. Foto

© Sebastian Kahnert/dpa-Zentralbild/dpa

Seit 2014 ermöglicht der Gesetzgeber auch schon mit 63 Jahren den Bezug einer Rente ohne Abschläge. Doch nicht nur deshalb gehen Arbeitnehmer zunehmend vorzeitig in den Ruhestand.

Die Menschen in Deutschland gehen nach Berechnungen des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung immer häufiger früh in Rente. Viele scheiden demnach bereits mit 63 oder 64 Jahren aus dem Arbeitsmarkt aus – und damit deutlich vor der Regelaltersgrenze. Der noch Anfang des Jahrtausends beobachtete rasante Anstieg der Erwerbstätigenquote bei den über 60-Jährigen sei in den letzten fünf Jahren weitgehend zum Stillstand gekommen, teilte das Institut in Wiesbaden mit.

Eine Ursache dafür sei die „Rente mit 63“, also die seit 2014 bestehende Möglichkeit eines frühzeitigen Rentenbezugs ohne Abschläge für langjährig Versicherte. Im Jahr 2021 erfolgte fast jeder dritte Zugang zur Altersrente über diesen Weg. Zudem gehen laut BiB vermehrt Menschen vor der Regelaltersgrenze in den Ruhestand und nehmen dafür Abschläge bei der Rentenhöhe in Kauf.

Zwischen 2000 und 2015 hatte sich die Erwerbstätigenquote bei den 60- bis 64-jährigen Männern mehr als verdoppelt. Bei Frauen im gleichen Alter gab es sogar eine Vervierfachung. Dieser Trend wurde den Angaben zufolge von den zwischen 1940 und 1950 geborenen Menschen bestimmt. Derzeit gehen hingegen die geburtenstarken Jahrgänge der 1950er Jahre in den Ruhestand.

Die Berechnungen basieren auf den Mikrozensus-Daten zur Entwicklung der Erwerbsbeteiligung. Genaue Zahlen nannte das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung zunächst nicht.

dpa

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