Analyse

Staatsstreich geplant?
Distanzieren, Schweigen, Beschwichtigen: So unterschiedlich reagiert die AfD auf die Reichsbürger-Razzia

Die AfD-Doppelspitze Alice Weidel und Tino Chrupalla (Archivbild) hat sich in einer Erklärung von den mutmaßlichen Umsturz-Bestrebungen der Festgenommenen distanziert

© Kay Nietfeld / DPA

Bei der Razzia gegen mutmaßliche Reichsbürger, die einen Staatsstreich geplant haben sollen, wurde auch eine Ex-AfD-Abgeordnete festgenommen. Während sich die Parteispitze von ihr distanziert, reagieren prominente AfDler weniger eindeutig.

Die Parteispitze der AfD wusste nach eigenen Angaben nichts von möglichen Aktivitäten der früheren Bundestagsabgeordneten Birgit Malsack-Winkemann im sogenannten Reichsbürgermilieu. „Von dem Fall haben wir heute, wie die meisten Bürger auch, erst aus den Medien erfahren“, hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Co-Vorsitzenden Tino Chrupalla und Alice Weidel vom Mittwoch.

Sie fügten hinzu: „Wir verurteilen solche Bestrebungen und lehnen diese nachdrücklich ab.“ Nun müssten die Ergebnisse der Ermittlungen abgewartet werden. Die AfD-Vorsitzenden, die in der Vergangenheit mehrfach Kritik am Verfassungsschutz geübt hatten, sagten: „Wir haben vollstes Vertrauen in die beteiligten Behörden.“

AfD-Bundestagsfraktion schweigt

Auf der Homepage der AfD-Bundestagsfraktion stehen andere Themen ganz vorne: Gesundheitspolitik, Bio-Lebensmittel und Digitalisierung (Stand: 9.12.2022, 9.45 Uhr). Eine Stellungnahme zur Reichsbürger-Razzia oder eine ausdrückliche Distanzierung von der festgenommenen Ex-AfD-Bundestagsabgeordneten Birgit Malsack-Winkemann: Fehlanzeige.

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