Artensterben
Dugong-Kühe teils vom Aussterben bedroht

Ein Dugong schwimmt in den Lagunen vor Neukaledonien. Foto

© Christian Grondin/Xinhua/dpa

Sie sollen einst die Vorlage für den Mythos der Meerjungfrau geliefert haben. Vor der Küste Ostafrikas könnten die Dugong-Seekühe jedoch bald unwiederbringlich verschwunden sein.

Einst sollen die Dugong-Seekühe den Mythos der Meerjungfrau inspiriert haben – jetzt sind diese Meerestiere mit der markanten Schwanzflosse vor Ostafrika vom Aussterben bedroht. Es gebe dort nur noch 250 ausgewachsene Exemplare, berichtete die Weltnaturschutzunion (IUCN), die die Rote Liste der bedrohten Arten führt, am Freitag. Die Population um Neukaledonien mit weniger als 900 ausgewachsenen Tieren sei als stark gefährdet eingestuft worden.

Größte Bedrohung seien unter anderem Fischernetze, die Öl- und Gasaktivitäten im Meer, die Meeresverschmutzung und die Zerstörung von Seegras vor den Küsten, von dem sich Dugongs ernähren. Das liege unter anderem an Abwässern, die ins Meer gelangen, und Verschmutzung durch den Abbau von Nickel. Die IUCN fordert die Verbesserung der Fischereiregulierung, alternative Verdienstmöglichkeiten für Küstenbewohner und Schutzzonen.

Zehntausende Tier- und Pflanzenarten bedroht

Auf der seit 1964 geführten Roten Liste stehen mehr als 42.000 Tier- und Pflanzenarten, die bedroht sind. Die IUCN ordnet untersuchte Arten in acht Kategorien ein, von „ungenügender Datengrundlage“ bis „ausgestorben“. „Stark gefährdet“ ist Stufe 5. „Vom Aussterben bedroht“ Stufe 6.

Die IUCN hat erstmals Seeohren untersuchen lassen und 20 der bekannten 54 Arten als bedroht eingeordnet. Es handelt sich um ohrmuschelähnliche Schnecken, die vielerorts als Delikatesse gelten. Probleme seien etwa Wilderer, Krankheiten und Umweltverschmutzung…